Wo hat Dürer malen gelernt?

Wo hat Dürer malen gelernt?

Ich bin Nürnbergerin, ich liebe diese Stadt, ich liebe ihr Flair: eine Großstadt, aber eine gelassene und manchmal sehr intime, familiäre.

Eine Stadt mit Vergangenheit: alte ruhmreiche und jüngere weniger ruhmreiche Vergangenheit. Glücklicherweise war die jüngere Vergangenheit nur von kurzer Dauer.

Die ruhmreiche Vergangenheit hat Nürnberg also glücklicherweise weit mehr geprägt.

Seine Künstler,  Maler, Bildhauer, Erfinder und und und.

Vermutlich wird Albrecht Dürer immer Nürnberg bleiben und Nürnberg immer Dürer. Das ist auch in Ordnung so.

Er hat wie kein anderer die Kunst revolutioniert.

Aber wo hat er malen gelernt? Auf der Kunstakademie war er nicht. Gab’s sowas damals überhaupt schon?

Dürer - selbstporträt mit 13

Bei Dürer war es learnig by doing: erst bei seinem Vater in der Godschmiedewerkstatt, dann bei seinem Nachbarn Wolgemut. Auf seinen Reisen kam er von einem Künstleratelier ins andere und lernte von Kollegen. Man inspirierte und beeinflusste sich und lernte voneinander.

In meiner Fantasie kommt der junge Dürer, vielleicht gerade mal 15, in den Malkurs

Er sieht sich um probiert alle Materialien aus, guckt bei den anderen, gibt den Anfängern Tipps und holt sich Ideen von den langjährigen Teilnehmern, diskutiert mit ihnen über verschiedene Techniken.  Am Ende stehen alle gemeinsam vor dem Ausstellungstisch, wo auf kleinen Staffeleien die Werke des Tages stehen, bewundern ihre Bilder, haben den einen oder anderen Verbesserungsvorschlag und gehen mit einem oder mehreren neuen Werken nach Hause. Und der junge Albrecht geht in die Werkstatt seines Vaters und sagt: Vater, ich möchte dieses neue Bild das ich gezeichnet habe in Kupfer ritzen. Der Vater nickt und raunt, während er einen Ring poliert: Ja, sehr schön, aber sei sparsam und verbrauche nicht zuviel vom Kupfer.

Nürnberg ist Dürer ist Kunst.

Und genau deshalb liebe ich den Kunstkurs weil er auf alte Traditionen und somit sehr fruchtbaren Boden für Kunst und Malerei wächst und weil er für jeden offen ist. Anfängern genauso wie Zeichnern und Malern mit jahrelanger Erfahrung.

Weil man nämlich nie auslernt und man sich immer gegenseitig anregen und inspirieren kann.

 

 

Ein Gedanke zu „Wo hat Dürer malen gelernt?

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