Wie kann ich meine Kunst verkaufen?

Wie kann ich meine Kunst verkaufen?

Für jeden Künstler stellt sich früher oder später die Frage, wie kann ich mit meiner Kunst Geld verdienen, vielleicht sogar davon leben?

Kreativ sein und Kunst schaffen ist eine Sache, sich vermarkten eine komplett andere. Und ganz ehrlich, es hat durchaus einen Sinn, dass bekannte und erfolgreiche Künstler einen Manager haben, der sich um das geschäftliche kümmert, weil die Zeit und Energie, die dafür draufgehen nicht für den kreativen Prozess genutzt werden können.

Aber wie fange ich – überhaupt an, in die Öffentlichkeit zu gehen?

Eine eigene Webseite ist hilfreich, es gibt einfache Baukastensysteme, mit denen man sich einfach eine seite zusammenbasteln kann. Man braucht die Seite einfach um ein Portfolio anbieten zu können, Interessenten sich erste Eindrücke holen können.

Viel wichtiger ist die Präsenz in den sozialen Medien: Facebook, Instagram, etc. Nicht in erster Linie um darüber Bilder zu verkaufen sondern um Kontakte zu knüpfen, Netzwerke zu schaffen.

Nie war es einfacher als in der heutigen Zeit, zu Unternehmen, Galerien, Künstler Kontakt aufzunehmen.

Das sollte unbedingt genutzt werden, um Ausstellungsmöglichkeiten zu finden, sei es in Cafes, Behörden, Hotels, Krankenhäusern, Galerien, Kulturstätten, die je nach Kommune unterschiedlich verwaltet werden.

Und dann anschreiben, anrufen, oft kommt erst eine Absage oder gar nichts, dann muss man sich bei den Verantwortlichen ins Gedächtnis schreiben.

Normalerweise ist ein Nein nämlich nur ein „Nicht jetzt – wir sind voll, oder es passt gerade nicht ins Programm“ Also in regelmäßigen Abständen wieder anschreiben, irgendwann passt es dann.

Ein bisschen was muss man auch investieren, zusätzlich zur Zeit. Wenn du ausstellen willst sollen deine Bilder präsentabel sein, also gerahmt ,wenn du auf Keilrahmen malst kann der Rahmen auch wegfallen aber Papierbilder brauchen einen Rahmen, erst dann wirken sie richtig, und ein guter Rahmen macht das halbe Bild aus. Dabei kann man durchaus in Second Hand Läden oder auf dem Flohmarkt ganz wunderbare gut erhaltene und schöne Rahmen finden. Man muss also kein Vermögen ausgeben.

Dann gibt es Galerien, die ihren Ausstellungsplatz vermieten. Je nach Bekanntheit sind das dann Preise die bis in die Tausende gehen können, man kann aber auch für 50 Euro schon was finden.

Das ist eine Abwägung, hänge ich meine Bilder in eine Mietgalerie wo ich mich dann selber darum kümmere, dass sie gesehen und gekauft werden oder lasse ich die Ausstellung von einem Galeristen machen, der dann auch für die Werbung sorgt und (hoffentlich) Kunstkäufer an der Hand hat? Im Idealfall kassiert der Galerist nicht zu viel vorab sondern nimmt eine Provision vom verkauften Bild, dann hat er ein echtes Interesse daran, etwas zu verkaufen. Allerdings können das auch 50% oder noch mehr sein, was der Galerieanteil ist.

Persönliches Verhandlungsgeschick ist immer von Vorteil.

Wird in der Ausstellung nichts verkauft, so kann man das in jedem Fall als Werbemaßnahme verbuchen. Je länger die Liste der Ausstellungen ist, desto höher steigt man als Künstler im Wert, d.h. das kann sich dann im Preis für die Bilder niederschlagen.

Dann kommen wir zu der Frage, wieviel kann ich für mein Bild verlangen?

Es gibt Künstler, die ihre Arbeit so wenig wertschätzen, dass sie ihre Bilder zum Materialpreis abgeben.

Mach das nicht. Du hast lange daran gearbeitet, es ist ein kreativer Prozess vorangegangen, auch wenn du das Gefühl hast, das war nur ein schnell hingeworfenes Werk.

Wenn ich beim Rechtsanwalt für einen Beratungstermin von 15 Minuten 300 Euro bezahle, dann zahle ich auch all seine Zeit, die Arbeit und Energie, die er in sein Studium, sein ganzes Wissen investiert hat und genau das ist die Wertschätzung die ein Künstler auch verdient.

Egal ob er ein akademisches Studium hat oder Autodidakt ist. Er hat dafür geübt immer und immer wieder seinen Stil verbessert, Ein Leistungssportler trainiert täglich, ein Musiker übt täglich mehrere Stunden, das ist es, was den Wert seiner Arbeit ausmacht, auch wenn man das nicht sieht, weil es ihm leicht von der Hand geht.

Also: verkauf dich nicht unter Wert!

Natürlich kann ich auch weiterhin der Oma ihr Geburtstagsgeschenke malen, aber Wertschätzung kommt aus einem selber!

Wieviel also für das Bild verlangen?

Es gibt eine Faustregel für die Berechnung des Preise,sie geht von der Größe eines Bildes als Berechnungsgrundlage aus.

Höhe + Breite multipliziert mit Faktor x

Der Faktor x wird durch den Bekanntheitsgrad definiert.

Wenn du also ein Bild in der Größe 30 x 40 cm hast sind wir bei 70 Euro, bist du noch ein unbekannter Künstler oder Künstlerin, am Anfang deiner Karriere, so kannst du Faktor

1 bis 5 anwenden, ergibt also 70 bis 350 Euro, das ist eine große Spanne.

Je mehr Ausstellungen man schon gemacht hat, desto ist der Faktor, den man zugrunde legen kann, nach oben sind keine Grenzen.

Und du musst dich natürlich wohl fühlen mit dem Preis. Und entsprechend nach oben oder unten korrigieren.

Da möchte ich dir noch eine Geschichte erzählen: Ich kenne einen Künstler, der vor ca 10 Jahren angefangen hat zu malen. Reiner Autodidakt. Er konnte sein erstes Bild für 120 Euro verkaufen, hat weitergemalt, sich selber weiterentwickelt, hat unbeirrt Galerien angeschrieben und regelmäßig ausgestellt. Er hat sich durch kein Nein abschrecken lassen, sondern im Gegenteil,für ihn war eine abschlägige Antwort ein Glücksfall, weil er er dann wusste, die Galerie hat sich sein Portfolio angesehen, sie wissen dass er existiert. Irgendwann wurde aus dem Nein ein Ja.

Mittlerweile hat er mehrere Preise erhalten und rangiert mit seinen Arbeiten im

5-stelligen Eurobereich.

Was ich selber immer spannend und interessant finde, ist eine persönliche Geschichte.

Ein Lebenslauf, den man in einer Bewerbung schreibt, mit Jahreszahlen wann und wo welche Ausbildung, das ist extrem langweilig und eher uninteressant.

Er malte schon als Kind gerne….

Das ist nicht das herausragende Qualitätsmerkmal und unter uns: interessiert  niemanden was du im Kindergarten gemacht hast.

Wenn ich ein Bild kaufe, und es gibt eine spannende Geschichte dazu, dann freue ich mich, wenn ich die meinen Besuchern später erzählen kann.

Das ist es was neugierig macht, was auch ein bisschen zum Verständnis hilft –

Ich meine jetzt nicht die Art von Kunst, die man „verstehen“ muss, nein, ich verstehe, warum du genau dieses Bild, mit genau diesem Titel gemalt hast, es ist ein Stück von dir, und wenn ich dein Bild kaufe, teilst du diese Geschichte mit mir, das ist spannend!

Und sag nicht, du hast keine besondere Geschichte -jeder hat eine oder mehrere Geschichten, die sich zu erzählen lohnen.

Und diese besondere Geschichte ist es, die den „normalen Kunstfreund“ hinter dem Ofen hervorlockt, der dann dieses Bild unbedingt haben muss!

Auf unserem neuen Youtube Kanal findet ihr alle Videos unserer Ausstellungen und mehr!

Fragen zum Thema könnt ihr gerne per Email stellen, info@art-onlinedealer.com

natürlich findet ihr uns auch auf Facebook Instagram ,und Twitter

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